Warum wir KI am Arbeitsplatz neu denken müssen
Als General Manager für Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA) treffe ich Unternehmen jeder Größe aus den unterschiedlichsten Branchen. Wenn ich frage, wie wir ihnen helfen können, mehr zu erreichen, geht es fast immer um KI.
Teams testen jeden Tag neue Wege, KI einzusetzen und lernen dabei, wo sie am meisten bewirkt. Genau diese Wirkung wollten wir besser verstehen.
Wir haben mehr als 6.000 Wissensarbeitende in Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt – also Personen, die in ihrer Rolle hauptsächlich am Computer arbeiten. Wir wollten wissen, wie sie KI nutzen und wie sich das auf ihren Arbeitsalltag auswirkt. Sie berichteten, dass KI die Arbeit selbst verändert: von den Fähigkeiten, die Personen brauchen, bis zu dem Wert, den sie schaffen können.
Eine Gruppe stach hervor: Personen, die KI jeden Tag nutzen. Kleine Erfolge und neue Erkenntnisse sind für sie zur täglichen Gewohnheit geworden, statt Ad-hoc-Experimente zu bleiben. Unter den Befragten sehen Menschen, die KI täglich nutzen, deutlich häufiger bessere Karriereaussichten für sich. Das gilt weitgehend unabhängig von Unternehmensgröße und Markt.
Der Vorteil von KI im Alltag
Wir haben Personen gefragt, wie KI ihre Arbeit beeinflusst. In allen drei Märkten spüren Menschen, die KI täglich nutzen, die größten Auswirkungen. KI-Agenten verändern unter anderem, wie die Teams der Befragten zusammenarbeiten: In Großbritannien berichten das 37 Prozent aller Befragten und 59 Prozent derjenigen, die KI täglich nutzen. In Frankreich sind es 39 beziehungsweise 58 Prozent, in Deutschland 34 beziehungsweise 50 Prozent.

Die tägliche KI-Nutzung verändert auch, wie Entscheidungen getroffen werden. In Großbritannien sagen 59 Prozent der Personen, die KI täglich nutzen, dass KI-Agenten Entscheidungen in ihrem Unternehmen verändern. Insgesamt sind es 38 Prozent. In Frankreich liegen die Werte bei 53 und 36 Prozent, in Deutschland bei 48 und 30 Prozent.
In Großbritannien sagt ein Viertel der KI-Nutzenden, dass KI ihnen hilft, ihren Wert bei der Arbeit deutlicher zu zeigen. Unter den Personen, die KI täglich nutzen, sind es mit 48 Prozent fast doppelt so viele. In Frankreich liegen die Werte bei 31 und 43 Prozent, in Deutschland bei 21 und 35 Prozent.

Wer KI täglich nutzt, sagt auch häufiger, dass KI die eigene Rolle und die Karriereaussichten verbessert. In Großbritannien berichten das 44 Prozent dieser Gruppe, gegenüber 25 Prozent insgesamt. In Frankreich liegen die Werte bei 39 und 24 Prozent, in Deutschland bei 34 und 22 Prozent.
Die Gen Z definiert den Berufseinstieg neu
Wer KI-Tools schnell und offen für Neues einsetzen kann, hat gute Zukunftsaussichten. In Großbritannien sagen 52 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, dass sie KI-Agenten nutzen, um ihren beruflichen Verantwortungsbereich zu erweitern. In Deutschland sind es 58 Prozent, in Frankreich 76 Prozent. Diese Ersteller-Denkweise sehe ich auch bei Personen, die bei Notion am Anfang ihrer Laufbahn stehen: KI hilft ihnen, neue Herausforderungen anzunehmen und ihren Einfluss zu vergrößern.
Doch diese Chancen bringen auch mehr Unsicherheit mit sich. Jüngere Beschäftigte machen sich mehr Sorgen darüber, was KI für die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze bedeutet. In Deutschland war die Sorge bei den 18- bis 24-Jährigen besonders ausgeprägt: Sie lag um 21 Prozentpunkte über dem deutschen Durchschnitt.

Arbeit als Ganzes neu denken
KI wird immer noch größtenteils von Einzelpersonen genutzt, anstatt in die Zusammenarbeit von Teams integriert zu sein. Nur 22 Prozent der Befragten in Großbritannien, 21 Prozent in Frankreich und 18 Prozent in Deutschland geben an, dass sie KI-Agenten in teamweite Systeme oder Workflows einbetten.
Wer KI täglich nutzt, entwickelt sich also ständig weiter, aber meistens im Alleingang: mit eigenen Prozessen, eigenen Abkürzungen und eigenem Wissenskontext. Die Fortschritte sind real, doch sie enden am eigenen Schreibtisch.
Einige der am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas zeigen bereits, was passiert, wenn KI Teil der Arbeitsweise eines gesamten Teams wird. Bei Pennylane bearbeiten rund 600 Custom Agents täglich mehr als 2.000 Workflows. Brainlabs nutzt Notion-KI, um Entscheidungen aus Meetings innerhalb weniger Minuten in konkrete Aktionen umzusetzen. Und bei Parloa nutzen Teams auf der ganzen Welt KI-gestützten Zugriff auf Unternehmenswissen, um schneller bessere Entscheidungen zu treffen – und legen damit den Grundstein für eine Verfünffachung der Mitarbeiterzahl.
Diese Unternehmen sind erfolgreich, weil sie alltägliche KI-Aufgaben um geteilte Workflows und geteiltes Unternehmenswissen neu gestalten, damit Teams zusammen denken können. Genau das ist für viele Unternehmen der nächste Schritt. Und er liegt näher, als du denkst.
Über die Studie
YouGov befragte mehr als 6.000 Beschäftigte mit Bildschirmarbeitsplatz in Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Stichprobe setzt sich wie folgt zusammen:
Großbritannien: 2.063 Beschäftigte mit Bildschirmarbeitsplatz in der Privatwirtschaft, von denen 1.379 KI-Agenten nutzten
Frankreich: 2.064 Beschäftigte mit Bildschirmarbeitsplatz in der Privatwirtschaft, von denen 1.542 KI-Agenten nutzten
Deutschland: 2.067 Beschäftigte mit Bildschirmarbeitsplatz in der Privatwirtschaft, von denen 1.554 KI-Agenten nutzten
Die Befragung fand vom 09.06.2026 bis zum 19.06.2026 statt.
KI-Agenten sind KI-Tools, die für dich Aufgaben erledigen, Entscheidungen treffen oder Aktionen ausführen können. Sie können zum Beispiel Nachrichten entwerfen, Dokumente zusammenfassen, Recherchen durchführen oder Workflows verwalten.
